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Wer seine Autobiografie oder seine Memoiren schreiben möchte, braucht einen guten Zugang zu seinen Erinnerungen. Gerhild Tieger hat in diesem Buch 300 Fragen zusammengestellt, die diese Erinnerungen aktivieren helfen sollen. Begleitet werden die Fragen von einführenden Informationen zum Thema.

Wenn Sie autobiografisch schreiben, stehen Sie vor Herausforderungen, die andere Autoren weniger kennen: Wie erhalten Sie einen möglichst guten Zugriff auf Ihre Erinnerungen? Woher bekommen Sie Ihr Material? Was sind Ihre Quellen?

Was geschah wirklich beim spektakulären Familienstreit? Wie verlief Ihre Abiturfeier? Wie wuchsen Sie auf? Für manches gibt es vielleicht externe Quellen wie Tagebücher, Zeitungsausschnitte, Videoaufnahmen. Doch für vieles haben Sie nur Ihre Erinnerungen – und allenfalls noch die Erinnerungen anderer.

Die Geschäftsführerin des Autorenhaus-Verlages, Gerhild Tieger, hat in diesem Buch 300 Fragen zusammengestellt, mit denen Sie Ihre Erinnerungen anstupsen können. Zudem gibt sie einen ersten Einblick in das Schreiben von Autobiografien.

Aus dem Inhalt

Ihr Buch „Anleitung zur Autobiografie in 300 Fragen“ gliedert sich in zwei Teile:

Der erste Teil umfasst in der Regel eher knapp dargestellte Informationen, wie Sie Autobiografien und Memoiren schreiben.

Der zweite Teil besteht aus den genannten 300 Fragen, um die Erinnerungen zu aktivieren.

Teil 1

Vorwort: Warum wollen Menschen ihre Autobiografie schreiben? Der Nutzen einer Autobiografie von der Überlieferung der Lebensgeschichte über die Verarbeitung bestimmter Lebensereignisse bis zur (Neu-) Entdeckung seiner selbst.

Vorbereitung: Worin unterscheiden sich Autobiografien und Memoiren? Umgang mit Quellen. Beachtung der Leserperspektive.

Schreiben: Erzählperspektive; Arbeitsvorlieben; ins Schreiben kommen; Anfänge finden; Szenen beschreiben; sinnlich schreiben; Details einbauen; Dialoge schreiben; die eigene Stimme finden; den Leser nicht zur persönlichen Rechtfertigung missbrauchen; die Geister der Vergangenheit; Feedback einholen; Umgang mit Kritik; Überarbeitung.

Wahrheiten: Bei der Wahrheit bleiben; die Wahrheit ist subjektiv; Rache ist nicht immer süß; Einzelheiten verfremden, um nicht angreifbar zu sein.

Veröffentlichen: Veröffentlichungsformen von Copy-Shop über Druckereien und Selfpublishing bis zu Verlagen.

Teil 2

Mit Fragen die Erinnerungen anregen. 300 Fragen als Wege in die Erinnerung. Die Spanne reicht von Geburt und frühester Kindheit bis zum (gedachten) Seniorenalter. Beispiele: Von „mit welchem Alter beginnen Ihre frühesten Kindheitserinnerungen“ bis zu „wie sollen eines Tages Ihre Familie und Freunde Sie in Erinnerung behalten“.

Die einführenden Informationen sind, wie gesagt, in der Regel sehr knapp gehalten. Die einzige Ausnahme bildet das Kapitel über die Anfänge mit dem Abdruck diverser Beispielanfänge. Ich weiß nicht, ob ich nach dem Genannten eine Autobiografie schreiben könnte, doch ich hätte zumindest einige Anhaltspunkte. Sollte die Autorin mal Raum für eine Neu-Ausgabe haben, könnte dieser sonst sehr gute Teil meiner Meinung nach noch deutlich mehr „Futter“ vertragen.

Den eigentlichen Wert und Reiz des Buches machen dagegen die 300 Fragen aus. Ich kann mir gut vorstellen, dass mir mit ihrer Hilfe der Zugang zu meinen Erinnerungen leichter fällt. Sie sind natürlich allgemein gehalten, von den individuellen Inhalten, Höhen und Tiefen eines Lebens kann die Autorin nichts wissen. Doch sie geben mir zumindest ein Gerüst, um mich in vergangene Zeiten zu versetzen und mehr über mich selbst und mein Leben herauszufinden.

Fazit: Knappe Infos und viele Fragen als „Wege in die Erinnerung“.

© 2016 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 21.01.16

Gerhild Tieger, Anleitung zur Autobiografie in 300 Fragen. Wege in die Erinnerung. Berlin 2010 (überarbeitete und erweiterte Auflage von 2004), 122 Seiten

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