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Die Journalistin, Nachrichtenchefin und Professorin für Umweltjournalismus Henriette Löwisch hat hier einen klugen und gefällig geschriebenen Rundumschlag zum Journalismus vorgelegt. Wie wird man Journalist? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Wie schreibt man als Journalist? Zu diesen und weiteren Themen finden Sie in ihrem Buch viele wertvolle Informationen und Tipps.

Henriette Löwisch besuchte die Journalistenschule in München und studierte Journalistik in Deutschland und den USA. Sie war Nachrichtenredakteurin, NATO-Korrespondentin und Nachrichtenchefin bei der Nachrichtenagentur AFP. Heute ist sie Professorin an der Universität von Montana, wo sie Umweltjournalismus lehrt.

Ihr Buch „Journalismus für Dummies“ macht ebenfalls den Eindruck, dass hier ein Profi am Werk war, der mit Informationen umgehen, diese geschickt aufbauen sowie verständlich und nachvollziehbar schreiben kann. Das hält sie auch die ganzen 352 Seiten des Buches durch trotz der üblichen Faktenfülle der „Für Dummies“-Bücher. Überdies eignet sich ihr Buch schön zum Lesen und Schmökern, was für viele Sachbücher eher nicht gilt.

Beispiele, Einblicke in und Hintergrundwissen aus der Praxis zeigen, dass hier jemand ist, der die Branche kennt und mit Insiderwissen nicht spart. Eingestreute Kurzporträts stellen jüngere Journalisten und Journalistinnen vor sowie deren jeweiligen Weg in den Beruf.

„Journalismus für Dummies“ legt den Schwerpunkt auf den Zeitungsjournalismus. Die Autorin streift aber auch den Alltag von Agentur, Zeitschrift, Fernsehen, Rundfunk, Online und PR.

Wer sich für den Beruf des Journalisten interessiert, sollte als Erstes dieses Buch lesen. Dann weiß er, ob dieser Beruf etwas für ihn ist, und er kann, ebenfalls mit Hilfe des Buches, geeignete Ausbildungswege suchen. Wer schon im Beruf steht, aber vielleicht, wie es bei vielen Quereinsteigern der Fall ist, ohne gründliche Ausbildung gestartet ist, findet hier hilfreiches Wissen, wie er diesem Beruf besser nachgehen kann. In Teilen ist das Buch auch geeignet für alle, die sich eher für journalistisches Schreiben und entsprechende Schreibtipps interessieren.

Aus dem Inhalt:

Einführung

Über dieses Buch. Wie dieses Buch aufgebaut ist. Wie Sie dieses Buch lesen können / was Sie nicht lesen müssen. Und mehr.

Teil I Überblick

Kapitel 1: Wozu Journalismus gut ist

Was versteht man unter Journalismus? Wo kommt er her? Was macht den Beruf des Journalisten aus? Der Journalist als Dienstleister für die Gesellschaft, der Fakten aufbereitet, zur Meinungsbildung beiträgt, wahrheitsgetreu und objektiv, das heißt, nachvollziehbar und überprüfbar, informiert, aber auch verständlich und ansprechend vermitteln können muss.

Kapitel 2: Das ist guter Journalismus

Was ist wichtig für einen guten Journalismus? Dazu gehören Kriterien wie es genau wissen zu wollen, seine Quellen sorgfältig behandeln zu wollen, sich verständlich machen zu wollen, Zusammenhänge herzustellen, unabhängig zu sein und das Interesse des Lesers zu wecken.

Kapitel 3: Das ist schlechter Journalismus

Was macht schlechten Journalismus aus? Dazu gehören Dinge wie Falsches zu verbreiten, die persönliche Distanz zu verlieren, aufs Publikum zu pfeifen, ignorant und schlecht zu schreiben, Vorurteile zu schüren und keine Grenzen zu kennen.

Kapitel 4: Was Journalisten nicht dürfen

Grenzen für Journalisten beim Staat, bei den Bürgern und bei den Prominenten.

Teil II Die Nachricht

Kapitel 5: Wo die Nachricht herkommt

Wie sieht ein Tag bei der Zeitung aus? Löwisch schildert hier, wie eine (Tages-) Zeitung entsteht – von den ersten Nachrichten aus den Agenturen bis zu Druck und Auslieferung der Zeitung.

Kapitel 6: Was die Nachricht wert ist

Welche Nachrichten finden ihren Weg in die Zeitung? Dazu muss eine Nachricht neu sein oder zumindest einen neuen Dreh enthalten. Sie muss für das Leben des Lesers wichtig und relevant sein. Und sie muss bewegen, denn wirklich interessant wird eine Nachricht erst, wenn sie auch die Gefühle der Leser bewegt.

Kapitel 7: Recherche

Welche Möglichkeiten zur Recherche gibt es? Von Archiven und Datenbanken über persönliche Kontakte, Pressestellen und Pressekonferenzen bis zu Recherche-Interviews, Recherche vor Ort, investigativer Recherche und verdeckter Recherche inklusive Whistleblowern und Wallraff-Methoden. Wie findet man gute Gesprächspartner für ein Interview? Wie bereitet man ein Interview vor? Welche Interviewformen gibt es?

Kapitel 8: Nachrichten schreiben

Wie wird eine Nachricht aufgebaut und geschrieben? Regeln fürs Zitat. Tipps für eine verständliche Sprache. Tipps für den Umgang mit Abkürzungen, Zahlen und Anglizismen.

Teil III Journalisten als Geschichtenerzähler

Kapitel 9: Wie die besten Storys entstehen

Wie findet man Ideen für eine gute Geschichte? Wie findet man einen neuen Blickwinkel und einen neuen Dreh für diese Geschichte? Wie verkauft man seine Idee gut, macht der Redaktion Appetit, diese Geschichte in Auftrag zu geben und zu veröffentlichen?

Kapitel 10: Geschichten und ihre Genres

Welche Formen von journalistischen Geschichten gibt es? Von Meldung, Reportage, Feature und Porträt über den Korrespondenten- und den Hintergrundbericht, den Report, das Interview, die Darstellungsformen im Netz und visuelle Darstellungsformen.

Kapitel 11: Wie eine Geschichte erzählt wird

Wie schreibt man eine Geschichte? Von ersten Vorbereitungen über den Einstieg mit seinen Einstiegsformen, den Hauptteil mit seinem Spannungsbogen und roten Faden bis zum Schluss. Einige übliche Tipps für eine gute Sprache inklusive interessantem Umgang mit Polizeideutsch 😊. Und einige Tipps für Überarbeitung und Korrektur.

Kapitel 12: Geschäfte mit Geschichten

Hier folgt ein kurzer Abriss zur Geschichte des Pressewesens, von Zeitung und Zeitungsverlag bis zu Fernsehen und Internet; interessant erzählt.

Teil IV Journalisten als Meinungsmacher

Kapitel 13: Kommentare und Kampagnen

Formen von Journalismus, die die öffentliche Meinung beeinflussen und in der Gesellschaft etwas bewirken wollen, wie der Kommentar, der Leitartikel, die Glosse, Satire, Kolumne, die Kritik, die Rezension und das Blog. Investigativer Journalismus und Enthüllungsjournalismus, die Fehler im System enthüllen wollen. Kampagnenjournalismus, der Themen selbst auslösen will.

Kapitel 14: Druck und Gegendruck

Von der Manipulation der Medien bis zur Machtlosigkeit der Medien. Und einiges zu Verhältnis und Umgang der Presse mit den PR-Leuten.

Teil V Journalistenausbildung

Kapitel 15: Gefragte Eigenschaften

Welche Eigenschaften und Charakterzüge sollte jemand mitbringen, der Journalist werden möchte? Mit einem kleinen, eher spielerischen Selbsttest, der aber durchaus etwas aussagt.

Kapitel 16: Journalist werden

Wie wird man Journalist? Welche Möglichkeiten zur Ausbildung gibt es? Löwisch präsentiert hier eine schöne, differenzierte Aufzählung der verschiedenen Angebote.

Kapitel 17: Als Journalist arbeiten

Wie sieht der Berufsalltag eines Journalisten aus? Wie bekommt man eine Stelle als Journalist? (Inklusive Tipps für die Bewerbung.) Was verdient man als Journalist? Und welche verwandten Berufe gibt es, wenn man aufsteigen oder aussteigen oder etwas mehr Geld, als oft üblich, verdienen möchte?

Teil VI Der Top-Ten-Teil

Den Abschluss des Buches bildet der für die „Dummies“-Bücher übliche zusammenfassende Teil mit seinen Checklisten, Kurztipps und Adressen. Hier:

Kapitel 18: Zehn Wege zum Journalismus
Kapitel 19: Zehn Filme über Journalisten
Kapitel 20: Zehn Journalistenpreise
Kapitel 21: Zehn Webseiten für Journalisten

Ein Glossar und ein Stichwortverzeichnis runden das Buch ab.

Fazit: Ein schöner runder Überblick zum Journalismus. Gefällig und unterhaltsam geschrieben. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich irgendwie für dieses Thema interessiert.

© 2018 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 12.04.18

Henriette Löwisch, Journalismus für Dummies. Vom Recherchieren bis zum Publizieren. Weinheim 2012 (2. akt. und überarb. Auflage), 352 Seiten

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