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Herbert Gudjons u.a.: Auf meinen Spuren. Übungen zur Biografiearbeit.

Wer sich selbst oder andere besser verstehen möchte, kommt nicht umhin, sich auch mit der individuellen Biografie eines Menschen zu beschäftigen. In den letzten Jahrzehnten sind folgerichtig Biografieforschung und Biografiearbeit immer wichtiger geworden. Die Autoren haben in diesem Buch viele Übungen zusammengestellt, die biografisch Tätige in ihrer Praxis einsetzen können. Teils kann man diese Übungen aber auch fürs Selbststudium verwenden.

Die Autoren des Buches „Auf meinen Spuren“ waren oder sind Professoren für Erziehungs- und Sozialwissenschaften beziehungsweise Sonderschullehrerin und Heilpraktikerin mit Schwerpunkt geistige Heilweisen und Psychotherapie.

Von Mitte der 1980er Jahre an erlebte die Biografieforschung einen starken Aufschwung, wurde zu einem anerkannten Forschungsansatz der Sozialwissenschaften. Dafür war nicht zuletzt der von den Autoren so genannte „Psychoboom“ der 1980er und 1990er Jahre verantwortlich, der die Biografiearbeit immer häufiger zur biografischen Selbstreflexion einsetzte.

Es hieß jetzt: Wer sich mit seiner eigenen Biografie befasst, kann sich, sein Verhalten und sein Leben besser verstehen, kann sich mit diesem Leben aussöhnen und ins Reine kommen, kann Orientierung für die Zukunft finden sowie Möglichkeiten erhalten, seine heutzutage zunehmend selbst zu gestaltende Identität zu entwickeln.

Biografiearbeit wurde zu einer unumgänglichen Hilfe, sich selbst und andere Menschen in ihrem Gewordensein zu begreifen.

In dieser Zeit entstand das vorliegende Buch, das 2007 komplett überarbeitet und um diverse Übungen ergänzt wurde. Über 230 Seiten des Buches bestehen nur aus solchen Übungen, die die Biografiearbeit unterstützen sollen. Die Übungen können zum Beispiel eingesetzt werden in Erwachsenenbildung, Kinder- und Jugendarbeit, Lehrerausbildung, Schule, Altenarbeit, Sozialpädagogik, Selbsterfahrungs- und Gesprächsgruppen und vieles mehr.

Jede Übung startet mit einem Übungsziel, also mit dem, was mit der Übung erreicht werden soll. Es folgen Tipps, Beispiele und Ideen zur Durchführung sowie zur Auswertung einer Übung. Zeitangaben, benötigtes Material und ein Verweis auf verwandte Übungen schließen die Übung ab. Hin und wieder gibt es zusätzliche Hinweise, worauf besonders geachtet werden soll.

Aus dem Inhalt

Vorwort

1. Teil: Biografiearbeit – Theorie, Konzept, Anwendungsbereiche

Was ist Biografiearbeit? Konzept und Anliegen
Warum Biografiearbeit? Begründungen und Einwände
Methoden und Anwendungsbereiche

2. Teil: Praxis der Biografiearbeit

In Gruppen arbeiten
Miteinander reden
Individuelle Arbeit
Hinweise zu den Übungen

3. Teil: Übungen zur Biografiearbeit

Kennen lernen
Familie
Kindsein
Schule
Ausbildung / Beruf
Zeitgeschichtlicher Hintergrund
Selbstbild
Körper
Frausein – Mannsein
Allgemein verwendbare Übungen

4. Teil: Organisatorische Hilfen

Übersichtstabelle zur praktischen Anwendung
(Welche Übungen kann man wie anwenden.)
Alphabetisches Verzeichnis aller Übungen

Literatur
Zu den Autoren

Ich finde das Buch klar strukturiert und verständlich geschrieben. Die Übungen sind sehr ausführlich, „zum Nachmachen“ beschrieben. Sie scheinen mir für beruflich in der Biografiearbeit Tätige sehr nützlich und hilfreich zu sein. Wer vor allem an solchen Übungen interessiert ist, sei es, um diese 1:1 einzusetzen, anzupassen oder sich auch nur inspirieren zu lassen, ist hier goldrichtig. Doch auch im Selbststudium dürften sie sich mit Gewinn einsetzen lassen.

Fazit: Konkretes, hilfreiches Handwerkszeug für alle, die mit der Biografie von Menschen ar-beiten. Teils auch zur Selbstreflektion geeignet.

© 2018 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 01.03.18

Herbert Gudjons, Birgit Wagener-Gudjons, Marianne Pieper: Auf meinen Spuren. Übungen zur Biografiearbeit. Bad Heilbrunn 2008 (siebte, völlig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage von 1986), 296 Seiten

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