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Vor einigen Jahren war es noch ein ziemliches Abenteuer, seine Bücher selbst zu verlegen. Heute gibt es viele Dienstleister, die Ihnen einen Großteil der Arbeit abnehmen. Oft reicht das schon. Und wenn Sie noch tiefer in die Materie einsteigen, vieles selbst in die Hand nehmen wollen? Dann kann diese umfassende Mischung aus Ratgeber und Handbuch eine Hilfe sein.

Manfred Plinke ist Autor, fing als Mini-Verleger eines Autoren-Ratgebers an und zog dann als Mit-Gründer des Autorenhaus-Verlages nach. Mit seinem Buch „Mini-Verlag“ gibt er seine eigenen Erfahrungen als (Mini-) Verleger weiter und reichert diese um einzelne Fachbeiträge von oder Interviews mit Kollegen an.

In seinem Vorwort schreibt er, dass er sich bei seinem eigenen Start als Selbstverleger genau so einen Überblick und so eine Hilfe wie sein Buch gewünscht habe. Nun, alle die nach ihm kommen, dürfen dafür von seinen Erfahrungen profitieren. 😉

Aus dem Inhalt (auszugsweise)

Vom Selbstverlag zum Kleinverlag: Was motiviert dazu, sein Buch selbst zu verlegen? Crashtest für Selbstverleger. (Überlegungen, die man zu Beginn eines Buches anstellen sollte, von Zielgruppe bis Direktverkauf.) 12 Ursachen für Flops.

Publishing on Demand: Die Vorteile und die Vorgehensweisen beim „Book on demand“ mit Inhalten wie Digitaldruck, Druckverfahren und Kosten, Buchformate und Ausstattung, Beispiele für Kalkulation und Preisgestaltung. Der namensgleiche Anbieter BoD als Praxis-Beispiel.

Verlagsgründung: Verlagsname, Unternehmensform, Gewerbeanmeldung, Finanzierung, Sponsoring, Finanzamt und Buchführung, Adressen von Branchenorganisationen.

Das verwaltete Buch: Die ISBN. Das VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher). Der Neuerscheinungsdienst der Deutschen Bibliothek.

Lektorat und Korrektorat: Ultrakurzes Kapitel mit einer kleinen Checkliste, welche Punkte ein Autor bei der Überarbeitung beachten sollte.

Buchherstellung: Aufbau eines Buches, Umschlag bzw. Einbandgestaltung, Satz und Layout, Schrift und Typografie, Druck und Druckveredelung, Papier, Zusammenarbeit mit Druckereien

Kalkulation: Auflage und Kosten, Checkliste zur Schätzung der Auflage, Kalkulationsbeispiele für den Vertrieb über den Buchhandel und für den Direktvertrieb, Deckungsbeitragsrechnung

Marketing für Mini-Verlage: Buchmarketing-orientiertes Denken, Mikro-Märkte, Marktchancen, Abgrenzung von Konkurrenz

Marketinginstrumente im Mini-Verlag: Verlagsziele und Strategie

Verlag, Programm, Reihe, Buch: Buch, Hörbuch, Umschlaggestaltung, Titel und Titelrecherche, Marken-, Namen- und Titelschutz

Einiges zur Preisgestaltung

Distribution: Auslieferungen, Auslieferungsfirmen, Barsortimente, Büchersendungen und –verpackungen

Buchhandel: Konditionen im Buchhandel, Bestellwege, Vertreter, Adressen von großen Buchhandlungen, Versand- und Internetbuchhandel, Antiquariate, Branchenmagazine

Einiges zu Buchmessen und Bücherwochen

Direktvertrieb: Marketinginvestitionen, Checkliste Internetverkauf, neue Vertriebswege, Anzeigen, Flyer, Programme, Radio- und Fernsehwerbung, Direktwerbung, Branchenmagazine und Werbemittel

Medienarbeit: Publizität für das Buch, ausgewählte Literaturzeitschriften, überregionale Zeitungen, regionale Zeitungen, Hörfunk mit Büchersendungen, Checkliste Häufige Marketingfehler

Recht: Titelschutz, Markengesetz, Checkliste Titel, Pressegesetz, Impressumspflicht, Preisbindung, Verlagsverträge, Urheberrecht, Checkliste Recht, Lizenzen, Verwertungsgesellschaften, Künstlersozialversicherung

Zum Schluss gibt’s noch etwas zur „Weiterbildung für Quereinsteiger“ und eine Checkliste „In fünfzig Schritten zum Buch“.

Ein sehr umfangreiches Glossar mit Fachbegriffen aus Verlags-, Druck-, Buchhandels- und Buchwelt sowie ein Sachregister runden das Buch ab.

Ein schönes Handbuch mit kurzen, knappen Hintergrund-Informationen, hilfreichen Checklisten, ergänzenden Expertenbeiträgen, auflockernden Interviews und weiterführenden Adressen.

Schön finde ich die praktischen Beispiele wie die diversen Kalkulationsrechnungen. Meine Ausgabe ist schon etwas älter, deshalb werden sie heute im Detail teils nicht mehr aktuell sein, doch sie geben einen guten Überblick und können ja angepasst werden. Auch die Adresslisten sind bekanntermaßen immer schnell überholt, können aber einen guten Einblick geben. In neueren Ausgaben geht Plinke zudem stärker auf eBooks und Internet ein.

Tipp: Lassen Sie sich nicht vom teils sehr „Technischen“ oder „Kleinteiligen“ wie Satz, Layout, Schrift, Typografie, Druck, Abbildungen, Papier, Kalkulation oder Distribution abschrecken. Niemand muss alles auf einmal beherrschen. Oft reicht es, Genaueres nachschlagen zu können, wenn man selbst an einem bestimmten Punkt angekommen ist und mehr wissen will. Und dafür ist dieses Buch hervorragend geeignet.

Schön finde ich auch die Checkliste „In fünfzig Schritten zum Buch“, eine Art sehr kurz gefasster, komprimierter Fahrplan, wie man sein eigenes Buch schreibt und herausgibt.

Fazit: Ein sehr umfassender, detaillierter Begleiter für alle, die sich intensiver mit dem Thema „Bücher selbst verlegen“ beschäftigen wollen.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 21.11.14

Manfred Plinke, Mini-Verlag. Selbstverlag, Publishing on Demand, Verlagsgründung, Buchherstellung, Buchmarketing, Buchhandel, Direktvertrieb, Berlin 2005 (6. erw. Auflage von 1998), 315 Seiten

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