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Das folgende Buch ist ein bunter Strauß von Anregungen aus dem kreativen Schreiben: Ein bisschen zu therapeutischem Schreiben und Schreiben als Selbsterfahrung, ein bisschen zu zweckfreiem, natürlichem Schreiben, ein bisschen zur Schulung von Wahrnehmung und sprachlichem Ausdruck, und ein bisschen zu Schreiborganisation und erzählendem Schreiben. Die Autorin und Dozentin Silke Heimes nennt Übungen und Tipps.

Silke Heimes ist Professorin für Kunsttherapie, Dozentin für kreatives und therapeutisches Schreiben, Poesietherapeutin und Autorin.

Wenn man dem Klappentext folgt, möchte ihr Buch zeigen, wie man „das Schreib-Ich wecken sowie Schreiben als kreative Kraft und Inspirationsquelle nutzen kann“. Nach dem Obertitel würde ich etwas zum therapeutischen Schreiben, zur Selbsterfahrung oder Ähnlichem vermuten. Der Untertitel klingt für mich nach einer Einführung ins kreative Schreiben.

Das Buch selbst scheint mir eine Mischung aus Infos und Übungen zu sein, um

  • sich selbst, sein Wesen, sein Leben besser zu erfahren und zu erkunden
  • kreativer zu schreiben und in einen kreativen Schreibfluss zu kommen, sowie
  • seine Schreibkenntnisse zu verbessern (von Selbstorganisation bis Zeitform).

Alle diese Informationen und Übungen finde ich sehr gut. Allerdings hätte ich ein Problem, wenn ich mich nur nach Ober- und / oder Untertitel richten würde. Möglicherweise hätte ich dann falsche Erwartungen und / oder wäre enttäuscht. Schauen Sie deshalb bitte am besten selbst auf die folgenden Inhalte.

Aus dem Inhalt

Einleitung – Schreiben: Alles spricht dafür!

Diverse Vorteile vom Schreiben wie zum Beispiel: Heilung, Reinigung, Klärung und Gesundung; Reflexion, Distanz, Erleichterung und Befreiung; Gesprächspartner und Entlastung; Erinnern und Durcharbeiten; Verbindung von Bewusstem und Unbewusstem; Verständnis von sich und anderen; Ausdruck und Kommunikation; Phantasie, Neugier und Herantasten; Aufmerksamkeit und Konzentration; Beruhigung und Entspannung; Selbstbewusstsein und Problemlösung; Perspektivwechsel und neue Standpunkte.

Einen Einstieg finden

In der frühen Kindheit schreiben wir noch unbefangen und spielerisch. Mit der Schule setzen Reglement und Gehorsam auch im Schreiben ein. Das Erwachsenenalter ist oft geprägt von Leistungsdenken. Kein Wunder, dass viele im Schreiben relativ „blockiert“ sind. Das kreative Schreiben kann helfen, wieder leichter und spielerischer zu schreiben. Dafür gibt Heimes einige Anregungen.

Das Schreibselbst entdecken

Hier gibt Heimes Tipps, um das eigene (Schreib-) Ich, seine biografische Prägung sowie den Wandel seiner selbst besser wahrzunehmen, Tipps, um selbst-bewusst zu schreiben, das heißt, sich seiner selbst bewusst zu sein, Tipps, um sich Zeit für sich und das Schreiben zu nehmen, sich seine Fähigkeiten bewusst zu machen, mit Kritik und Feedback umzugehen, Schreibblockaden zu meistern und die Lust am Schreiben zu bewahren. Überdies beschäftigt sich ein relativ großer Teil dieses Kapitels auch damit, wie man Krisen schreibend meistern kann.

Eine Stimme entwickeln

Ein relativ knappes Kapitel zu Wünschen, Erfahrungen und Meilensteinen im Leben.

Spielend schreiben

Ein Kapitel, wie man möglichst unzensiert und ungesteuert schreibt, seine kindliche Seite pflegt, das Alltägliche mit neuen Augen sieht und mehr.

Mit allen Sinnen schreiben

Hier gibt es einiges dazu, wie man sich fürs Schreiben inspirieren lassen kann, wie man seine Wahrnehmung schulen und seine Sinne trainieren kann.

Die Welt mit neuen Augen

Auch hier schreibt Heimes noch einiges dazu, wie man seine Wahrnehmung und dann auch den sprachlichen Ausdruck derselben verbessern kann.

Schreibend das Leben erobern

Noch eine Mischung von Übungen und Tipps zu Erzählperspektive und Zeitform, zur psychologischen Funktion von fiktiven Briefen und Tagebüchern, sowie ein paar knappe Tipps zum Schreiben allgemein.

Ein Schlusswort, Literaturhinweise, ein Quellenverzeichnis und ein Register beenden das Buch.

Anders als ihr Buch „Schreiben als Selbstcoaching“, das ich bereits rezensiert habe, finde ich dieses Buch leicht verständlich geschrieben. Vielleicht hatte Heimes dafür eine andere Zielgruppe vor Augen. Ich persönlich würde mir nur auch hier eine klarere Struktur und einen inhaltlichen roten Faden wünschen. Dann würde es vielleicht auch die Probleme mit dem Titel nicht geben und man könnte überdies eindeutigere Leserbedürfnisse und –interessen ansprechen. Doch, wie gesagt, die einzelnen Anregungen kann ich nur empfehlen.

Fazit: Viele gute Anregungen und Übungen, um unbefangener, natürlicher zu schreiben.

© 2015 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 09.09.15

Silke Heimes, Schreib es dir von der Seele. Kreatives Schreiben leicht gemacht. Göttingen 2011, 168 Seiten (2. Auflage)

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