Bleiben Sie auf dem Laufenden:  
Schon über 500 Artikel und PDFs  
Newsletter lesen »   



Viele Menschen wollen ihr Leben in einem Buch festhalten. Für sich selbst, für die Angehörigen oder für größere Leserkreise. Stefan Schwidder zeigt, wie man eine solche (Auto-) Biografie schreibt. Er schlägt dabei den Bogen von ersten Erinnerungsübungen bis zur abschließenden Verlagssuche.

Spätestens gegen Ende ihres Lebens wollen viele Menschen ihr Leben für ihre Angehörigen und die Nachwelt in einer Autobiografie, einer Biografie über sich selbst festhalten. Andere haben Erfahrungen gemacht, die sie mit anderen Menschen teilen oder schreibend verarbeiten wollen. Wieder andere schreiben Bücher über oder für ihnen nahestehende Menschen.

Stefan Schwidder ist Autor, Journalist, Trainer für kreatives Schreiben mit Schwerpunkt „Autobiografie schreiben“ und Mitgründer des Biographiezentrums.

Sein Buch ist für alle, die ein Buch über das eigene Leben schreiben wollen.

Aus dem Inhalt:

Vorwort: In seinem Vorwort macht Schwidder Mut, zum Stift zu greifen und zu schreiben, trotz Selbstzweifeln, Unsicherheit und was immer einen sonst so aufhalten mag.

Erste Überlegungen: Autobiografisches Schreiben hilft bei vielen Dingen. Man kann sich selbst besser erkennen und verstehen, aus Fehlern lernen und schlechte Erfahrungen bewältigen, in der Seele aufräumen und „Ungutes entmisten“, Gelerntes an andere weitergeben, sich mit Grundfragen des Menschseins beschäftigen (wer bin ich, wo komme ich her, wo gehe ich hin usw.), das Leben / unsere Gesellschaft / andere Menschen besser verstehen und anderes mehr.

Grundsätze autobiographischen Schreibens wie etwa: Runter mit zu hohen Ansprüchen und Erwartungen, die eigene Sprache finden, Mut zur Lücke haben, bei der (subjektiven) Wahrheit bleiben, die eigene Meinung schildern, aber nicht die Meinung anderer beeinflussen wollen, erzählen wie es war, mit allen Höhen und Tiefen, Details sehen und beschreiben.

Schreibzeiten, Schreiborte und Schreibhilfen: Ein paar Worte zur Schreiborganisation

Hilfsmittel: Diverse Erinnerungshilfen vom eigenen Gedächtnis über die Mitmenschen bis zu Archiven und Medien.

Handwerkliches – Stil und Ausdruck: Ein paar kurze gebräuchliche Schreibtipps wie bildhaft und präzise zu schreiben, Verben zu bevorzugen, Adjektive sparsam zu verwenden, Behördensprache, Fachwörter und Floskeln eher zu meiden, lieber eigene Formulierungen zu finden statt stehende Redewendungen zu gebrauchen, Aktiv und Passiv bewusst einzusetzen, lange und kurze Sätze zu mischen, Schachtelsätze zu meiden, Abkürzungen zu meiden, Spannung in einem Satz aufzubauen sowie – passend zum Thema – auf die richtige Wahl von Zeitform und Zeitangabe zu achten.

Dialoge mit Tipps wie: Auf die authentische Sprache der Beteiligten achten, den emotionalen Gehalt des Gesprächs wiedergeben, typische „Rede-Verben“ (sagte, fragte usw.) lieber durch Bewegung und Körpersprache ausdrücken.

Weitere autobiographische Schreibübungen: An dieser Stelle sammelt Schwidder Schreibübungen, die die in die übrigen Kapitel aufgenommenen Übungen ergänzen.

Aufbau mit Tipps wie: Mut zur Lücke, nicht das ganze Leben beschreiben, sondern passende Szenen wählen. „Lebensthemen“ finden. Diverse Strukturmöglichkeiten. Übergänge gestalten, spannende Einstiege finden, Überschriften und Titel wählen.

Dichtung und Wahrheit – was darf ich schreiben: Ein Kapitel zum Spannungsfeld „ich und die anderen“ mit Tipps wie bei der subjektiven Wahrheit zu bleiben, zu versuchen, so nah wie möglich an die gelebte Realität zu kommen, das Recht auf eine eigene Meinung zu haben und zu vertreten. Doch auch mit dem guten Tipp, „sozial verträglich zu schreiben“ und sachlich zu bleiben, zu betonen, dass es die eigene Sichtweise ist, ggf. alles sauber zu belegen und rechtliche Verstöße zu meiden, einen Text über Nacht ruhen zu lassen, ihn abzumildern bzw. ggf. die Erlaubnis zur Veröffentlichung einzuholen.

Das leere Blatt Papier – Blockaden und was man dagegen tun kann: Einzelne Tipps gegen Schreibblockaden, Leere im Kopf, zu viel Druck beim Schreiben und mehr.

Der Schmerz der Erinnerungen – vom Umgang mit Trauer: Gefühle begleiten die Erinnerungen. Diverse Methoden, um mit schmerzhaften Erinnerungen umzugehen.

Das Überarbeiten: Ein paar Tipps für die inhaltliche und stilistische Überarbeitung, Beachtung von Rechtschreibung und logischer Struktur, Testleser nutzen.

Gestaltung: Von Abbildungen über historische Übersichten und Überblicks-Kästchen bis zum Glossar mit Fremdwörtern und Erklärungen.

Schritt für Schritt zum eigenen Buch: Ein paar sehr knappe Tipps zur Veröffentlichung.

Wie finde ich den richtigen Verlag: Ein ebenfalls kurzer Abriss zur Verlagssuche und –kontaktaufnahme, zu Literaturagenturen und Druckkostenzuschussverlagen.

Formen autobiographischen Schreibens: Neun Textbeispiele von Seminarteilnehmern Schwidders.

Dazu gibt’s noch diverse Literaturtipps, Internetadressen und Adressen von Museen, Archiven und anderen Institutionen.

Ein guter runder Wurf mit einem zwar knappen, aber breiten Überblickswissen zum Thema. Eine Mischung aus Hintergrundwissen, Hilfsmitteln und (Schreib-) Übungen.

„Typisches“ Schreib-Knowhow kann Menschen helfen, die sonst vielleicht eher wenig schreiben und nur die eigene Biografie in Angriff nehmen wollen. Spezielles „Autobiografie-Knowhow“ vermittelt Zusatzwissen wie Erinnerungshilfen, Zeitformen, Umgang mit eigener Meinung und Fremdwirkung oder Umgang mit schmerzhaften Erinnerungen. Und mit dem Kapitel über die Dialoge unternimmt Schwidder auch einen kurzen Ausflug ins szenische Schreiben. (Das könnte man gegebenenfalls noch ausbauen.)

Schön finde ich auch den kurzen Tipp, sich ehrlich zu fragen, ob man überhaupt über etwas schreibt, was für größere Leserkreise interessant ist, bevor man mit seinem Werk an die Verlagstüren klopft. Das ist fair und schürt keine falschen Hoffnungen.

Den Aufbau von Schwidders eigenem Buch würde ich bei bestimmten Abschnitten noch anders gestalten. Hier sehe ich roten Faden und innere Logik anders.

Fazit: Ein gutes Überblickswissen zum Thema. Ein guter Einstieg für alle, die mit einer eigenen Biografie liebäugeln.

© 2015 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 22.01.15

Stefan Schwidder, Ich schreibe, also bin ich. Schritt für Schritt zur eigenen Biographie. Fuchstal 2008 (2. überarbeitete Auflage von 2004), 213 Seiten

Bei amazon bestellen …
(Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich)