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Egal, ob Freiberuflerin oder Unternehmen – ohne Werbung und PR-Arbeit läuft so gut wie gar nichts. Doch nicht jeder findet Gefallen an diesen Aufgaben.  Hier wollen die PR-Beraterinnen, Schreibtrainerinnen und -coaches Diehm und Michaud einspringen. Sie zeigen, wie man mit kreativen Schreibtechniken auch die gefürchtete Hürde „Werbung und PR“ meistert – und vielleicht sogar Spaß daran gewinnt.

Susanne Diehm und Jutta Michaud waren als PR-Beraterinnen und in der Unternehmens-Kommunikation tätig, bevor sie sich unter anderem als Schreibtrainerinnen und Schreibcoaches selbstständig machten.

Mit ihrem Buch „Erfolgreiche PR- und Unternehmenstexte“ richten sie sich an alle, die sich mit PR-Arbeit befassen müssen, das aber längst nicht immer bereitwillig und gern tun; ob nun angestellt, als Freiberufler oder für ein eigenes Unternehmen.

Dieser, sagen wir, etwas „zögerlichen“ Zielgruppe 😉 wollen sie zeigen, dass auch PR-Arbeit durchaus Spaß machen kann – und zwar mit kreativem Schreiben.

Dazu stellen sie etliche kreative Schreibtechniken vor, mit denen man immer eine PR-Aufgabe gut bewältigen kann. Also etwa: Mit Free Writing Argumente zur Bewerbung sammeln. Mit dem Elevator Pitch diese Argumente verdichten. Mit den 6-W-Fragen überlegen, warum man sein Unternehmen gegründet hat und was man damit erreichen möchte. Und so weiter, und so fort.

Das finde ich eine schöne Idee, die in der Tat helfen kann, Hemmungen abzubauen, alles etwas spielerischer zu sehen und zugleich noch ein gutes Hilfsmittel an die Hand zu bekommen.

Die Autorinnen präsentieren eine Mischung aus Hintergrundwissen, Techniken und Übungen. Jeder neue Abschnitt wird mit einer Technik und einer Übung abgeschlossen. Zudem gibt es diverse Beispiele gelungener PR-Maßnahmen.

Aus dem Inhalt:

„Writers little helper“: Hier stellen die Autorinnen unter anderem das Textportfolio vor, eine Art umfangreicheres Schreibjournal. Das finde ich ebenfalls eine schöne Idee, die ich auch so ähnlich meinen eigenen Kursen mitgebe. Es soll den Leser bei der Arbeit mit dem Buch und seinen Texten begleiten.

Das kleine Einmaleins der Unternehmenskommunikation: Wie man seinen Alleinstellungs-Faktor (USP, unique selling proposition) und seine Zielgruppe definiert. Wie man Verkaufs- und Nutzenargumente sammelt.

Ihre virtuelle Visitenkarte: Die Webseite. Wie man fürs Web schreibt. Wie man Inhalte findet. Wie man etwas zum eigenen Profil und zur Unternehmensphilosophie schreibt. Etwas zu Angeboten und Produkten. Und ein paar knappe Sprachtipps.

Werben mit Emotionen: Ein knappes Kapitel darüber, wie man sich und seine Mitarbeiter menschlich-sympathisch präsentiert.

Pressearbeit im Internet: Ein relativ ausführliches Kapitel zu Presseseite, Pressemappe, Pressemitteilung, Presseinterviews und wie man einen Presseverteiler aufbaut. Dazu Tipps, wie man Ideen beispielsweise für eine PR-Aktion sammelt. Tipps, wie man mit Storytelling für sich wirbt. Und Tipps, wie man eine „Signature Story“ (einen Gründungsmythos) schreibt und werbend für sich nutzt.

Newsletter, Kunden- und Mitarbeiter-Zeitschriften: Wieder ein eher kurzes Kapitel zu den gerade genannten Inhalten. Zudem gibt es noch einen kleinen Passus zu Personalanzeigen. Denn größere Firmen wollen ja nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter gewinnen und müssen deshalb um sie „werben“.

Social Media – ein weites Feld: Ein paar Basisfakten. Etwas zum Bloggen. Ein wenig zu Facebook, Twitter und Co. Ein paar grundsätzliche Tipps für soziale Netzwerke.

Schreiben für die Work-Life-Balance: Auch wieder ein eher knappes Kapitel zu „gesundheitsförderndem kreativem Schreiben“ mit Übungen „für mehr Glück und Freude“.

Ein Anhang listet schön praktisch die behandelten Übungen und Methoden auf. Zum Schluss gibt es noch ein Literatur- und Quellenverzeichnis.

Die einzelnen Kapitel sind für mich unterschiedlich „gehaltvoll“. Das Kapitel „Pressearbeit im Internet“ beispielsweise ist der ausführlichste, umfangreichste Teil des Buches. Hier „schlägt das Herz der Autorinnen“. Hier, stelle ich mir vor, wird auch der als Zielgruppe anvisierte Anfänger viel Nützliches finden, das er direkt nachmachen kann. Andere Kapitel sind dagegen „dünner“. Manches finde ich dort nur angerissen. Anderes vermittelt für mich nur einen ersten Eindruck, worum es geht und worauf man teils achten sollte. Das Kapitel über die sozialen Netzwerke finde ich zudem relativ schwierig und ohne klaren roten Faden aufgebaut. Hier könnte der Anfänger vielleicht sogar eher ratlos zurückbleiben.

Das letzte Kapitel zum „gesundheitsfördernden kreativen Schreiben“ finde ich vom Ansatz her sehr spannend. Doch es fehlt mir die Verzahnung mit den vorangehenden Inhalten. Auch ist mir nicht ganz klar geworden, was Übungen zu Glück und Freude mit dem Inhalt des Buches oder auch mit dem Titel des Kapitels zur „Work-Life-Balance“ zu tun haben. Hier hätte ich zumindest noch ein paar Erklärungen eingeschoben.

In Richtung Verlag gehen meine Probleme mit der relativ kleinen Schrift, in der das Buch gedruckt ist. Alle ab 40, die wie ich in Richtung Gleitsichtbrille gehen, würden sich vermutlich über ein lesefreundlicheres Schriftbild freuen. Manchmal störend fand ich auch die auftretenden Rechtschreibfehler. Das wäre eine Aufgabe für die Schlussredaktion.

Doch, wie gesagt, die Idee ist gut. Der Leser bekommt viel Wissenswertes zur PR-Arbeit. Und vor allem die Schreibtechniken und Übungen machen den Reiz und, ganz richtig, den USP des Buches aus.

Fazit: Ein Buch, das zum Ausprobieren einlädt. PR-Arbeit kann in der Tat auch Spaß machen – zum Beispiel so.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 10.08.14

Susanne Diehm und Jutta Michaud, Erfolgreiche PR- und Unternehmenstexte. Kreative Schreibideen, authentischer Content, mehr Aufmerksamkeit. Heidelberg u.a. 2014, 164 Seiten

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