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Meditation hilft nicht nur, sich zu entspannen und ruhiger zu werden oder sich zu fokussieren und besser zu konzentrieren. Meditation kann auch helfen, seine Gedanken und Gefühle zu erkennen und zu verstehen, seine Verhaltensweisen zu hinterfragen und zu ändern, positiver zu denken und leichter zu leben. Damit ist sie ein gutes Instrument zur Persönlichkeitsentwicklung und Lebensgestaltung. Sylvia Wetzel zeigt wie.

Sylvia Wetzel befasst sich seit 1977 mit dem Buddhismus. Sie lehrt Entspannungsverfahren und Meditation und ist Autorin mehrerer Bücher zu buddhistischen Themen. Susanne Billig ist freie Journalistin, Buch- und Drehbuch-Autorin.

Sylvia Wetzel möchte mit ihrem Buch Anregungen und Übungen aus der buddhistischen Praxis vermitteln, um „kreativer mit dem umzugehen, was uns beschwert“. Der Leser soll sich in seinem Denken, Fühlen, Tun besser wahrnehmen und dadurch leichter merken, wo er es sich oft schwerer macht als nötig. Er soll alte Strukturen verändern lernen, so dass sich dadurch sein Herz öffnet und sein Geist klärt. Vor allem soll er lernen, mit seinen Stimmungen und Gefühlen besser umzugehen, denn diese würden ganz wesentlich darüber entscheiden, ob wir uns das Leben mehr zum Himmel oder zur Hölle machen.

Das Buch gliedert sich in vier Teile: In Teil 1 geht es um die Grundlagen der Meditation, in Teil 2 um Gefühle und in Teil 3 um Praxis und Realität. Teil 4 enthält einige Extra-Übungen und Informationen zur Übungspraxis. In einem Nachwort stellt die Autorin kurz Buddha, sein Leben und seine Lehren vor. Ein sehr ausgiebiges Literaturverzeichnis schließt das Buch ab.

Aus dem Inhalt:

Teil 1: Meditation

Was ist Meditation? Achtsamkeit = Merken, was geschieht, bewusster werden. Meditation = Vertraut werden mit dem, was mir hilft und heilt. Dazu gibt’s einige Eingangsübungen und Übungen, um den Körper (wieder) zu spüren.

Teil 2: Gefühle

Welche Grundgefühle und Reaktionen gibt es? Welche Grundstimmungen gibt es? Welche Gefühle sind heilsam, welche unheilsam? Was beeinflusst meine Gefühle? Wie können auch unangenehme Gefühle gut für mich sein? Wie können unangenehme Gefühle mir schaden? Wie kann ich unangenehme Gefühle auflösen oder vermeiden?

Die Leiden des Lebens: Das wirkliche Leid im Leben liegt darin zu glauben, es habe kein Leid zu geben. Wie kann ich dieses annehmen und trotzdem ein optimistisches, freudvolles Leben führen? Was ist heilsames und unheilsames Verhalten? Wie kann ich unheilsames Verhalten besser vermeiden? Angst als eigentlich sinnvoller Schutzmechanismus, der außer Kontrolle geraten kann – und was kann ich dagegen tun. Was ist eine „weise Selbstsucht“?

Viele Übungen helfen, sich selbst besser wahrzunehmen und an seinen Mustern zu arbeiten.

Teil 3: Wirklichkeit

Vertrauen und Erwachen: Drei Arten von Vertrauen. Wie Vorbilder mir helfen können, Vertrauen in mich zu entwickeln. Die Welt ist mein Spiegel und ich kann viel aus ihr über mich lernen.

Freude als Weg: Vier Ebenen des Glücks. (Was löst angenehme Gefühle in mir aus? Warum kann mir Einsicht in das Wesen der Dinge und Menschen gut tun?) Kostbares Menschenleben. (Wie kann ich die Reichtümer des Lebens besser erkennen?) Probleme, die wir nicht haben. (Wie kann ich einen angemesseneren Blick auf das Gute und das „Problematische“ in meinem Leben bekommen?) Die richtige Mischung aus Glück und Leid. (Um die Vergänglichkeit wissen und das Wunder des Augenblicks genießen.)

Annäherungen an die Natur des Geistes: Buddha-Natur. (Ich bestehe nicht nur aus Gedanken und Gefühlen und kann „erwachen“.) Wie wirklich ist die Wirklichkeit? (Meine Vorstellungen immer wieder bemerken, überprüfen und korrigieren.) Vier Schleier und drei Weisheiten. (Was hindert mich daran, die Dinge so zu sehen, wie sie sind?) Ruhe und Einsicht. (Ruhe-Meditationen für einen konzentrierten und gebündelten Geist. Einsichts-Meditationen, um meine Gefühle und Gedanken zu bemerken und zu unterscheiden.)

Auch hier gibt’s wieder etliche Übungen.

Teil 4: Übung

Üben = Mich vertraut machen mit dem, was heilt. Diverse Tipps fürs Üben. Überblick über einfache Grundübungen, Aufzählung der im Buch genannten Übungen und Texte für die Meditation.

Zum Schluss folgen, wie gesagt, noch ein Nachwort zu Buddha und ein Literaturverzeichnis.

Sylvia Wetzel schreibt – unterstützt durch Susanne Billig – sehr gut, warmherzig und mit einer deutlich feministischen Note. Man merkt ihr eine tiefe Wärme für Frauen an und das tut mir als Frau natürlich gut. Ich mag ihre Art und ihren Stil, beides kommt bei mir sehr gut an.

Während ich früher Meditation eher kennengelernt habe, um mich zu entspannen, zur Ruhe zu kommen oder mich zu fokussieren, geht es hier darum, mich selbst, meine Gedanken und Gefühle zu erkennen. Ein schöner neuer Aspekt. [Anmerkung: Ich habe dieses Buch schon vor ca. 1,5 Jahren gelesen. Mittlerweile bin ich noch öfter auf den Zusammenhang Meditation und Selbsterkenntnis gestoßen, vgl. auch meine Checkliste Meditationsübungen dazu.]

Dieses Buch nimmt Zeit in Anspruch, denn es enthält sehr viele „Wahrheiten“ in konzentrierter Form. Erst recht braucht es Zeit, wenn man einige oder gar alle Übungen wirklich machen will. Doch es lohnt sich. Der Leser bekommt allgemein ein besseres Verständnis vom Menschen und davon, wie wir alle ticken; und er wird ermuntert, zu reflektieren und seine eigenen Gedanken und Gefühle besser zu verstehen.

Man könnte meines Erachtens noch ein wenig mehr Struktur und roten Faden in das Buch bringen. Die Wiedergabe des Inhalts oben habe ich selbst schon ein wenig diesbezüglich „frisiert“. Doch das tut dem Wert des Buches keinen Abbruch.

Fazit: Viele, viele Übungen zur Selbsterkenntnis und Arbeit an sich selbst. Meditation als ganz konkretes Instrument zur Persönlichkeitsentwicklung und Lebensgestaltung.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 01.10.14

Sylvia Wetzel (in Zusammenarbeit mit Susanne Billig), Leichter leben. Meditationen zum Umgehen mit Gefühlen. Berlin 2013 (Original von 2007), 225 Seiten

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