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Manche Veränderungen geschehen fast unmerklich. Andere können sich zu Lebenskrisen auswachsen, die die bisherige persönliche Wirklichkeit erschüttern. Vor allem Zeiten größerer Lebensübergänge gehören zur letztgenannten Kategorie. Die Psychotherapeutin und Autorin Verena Kast möchte mit ihrem Buch Wissen zur Verfügung stellen, um solche Umbruchsituationen bewusster zu gestalten und besser zu bewältigen.

Manche Veränderungen geschehen fast unmerklich, andere lösen große Erschütterungen aus. Manche Veränderungen sind gewollt, wir zahlen aber vielleicht trotzdem einen Preis. Andere sind ungewollt, wir müssen notgedrungen mit ihnen umgehen lernen.

Die Psychotherapeutin, Professorin und Autorin Verena Kast beschäftigt sich in ihrem Buch mit Veränderungen größeren Ausmaßes: Lebensübergänge, Verluste, Krisen. Solche krisenhaften Übergänge treffen uns oft unvorbereitet, sie können mit Schmerzen, Ängsten, massiven psychisch-emotionalen Belastungen verbunden sein. Sie können aber auch zu Meilensteinen unserer Entwicklung werden, unsere Persönlichkeit wachsen lassen oder uns sogar wieder Aspekte unseres Wesens zurückbringen, die wir im Laufe unseres Lebens verloren haben.

Mit ihrem Buch möchte sie Wissen zur Verfügung stellen, damit wir solche Umbruchsituationen bewusster gestalten und besser bewältigen.

Teil 1 des Buches liefert eher theoretisches Wissen. In Teil 2 greift sie sich mit dem Klimakterium der Frau, der Trennung vom Partner durch Entschluss sowie Krisen aufgrund lebensbedrohlicher Krankheiten einige konkrete Lebensübergänge aus dem Alltag heraus.

Aus dem Inhalt:

Einleitung

Die zivilisatorische Schlüsselqualifikation: Mit Angst und Krisen umgehen

Wir werden heute oft nicht mehr in ein bestimmtes Leben hineingeboren, sondern müssen uns unser Leben immer wieder neu wählen. Das zwingt uns zum Handeln und zu Entscheidungen, und es beschert uns diverse Ängste und das Risiko zu scheitern. Unsere Aufgabe im Leben ist es, mit solchen Übergängen, Krisen, Ängsten, Unsicherheiten umgehen zu lernen.

Einschnitte und Krisen im Lebenslauf

Was ist eine Krise? Welche Krisen gibt es?

Zum theoretischen Verständnis

  • Der schöpferische Prozess (Krise auch als kreativer Prozess)
  • Das zukunftsweisende Element in der Krise (das „psychisch Anstehende entbinden“)

Charakteristika von Übergangsphasen

Der Widerspruch zwischen den Polen „Abstoßen (wollen / müssen)“ und „Behalten (wollen)“ führt zu psychischen Spannungen. Unser Selbstbild befindet sich in der Wandlung, unsere Identität muss neu gefunden werden, unser Selbstwerterleben kann problematisch sein. Was können wir in solchen Phasen tun?

Symbole des Übergangs

Märchen als Gleichnisse für Lebensübergänge.

  • Das Erdkühlein
  • Der Eisenhans
  • Vergleich der Übergangssituationen

Die labile Phase auf der Höhe der Krise

Auf dem Höhepunkt der Krise erreicht das Neue eine „kritische Menge“, jetzt wird ein Umschwung möglich, selbst kleinste Veränderungen können jetzt eine große Wirkung haben. Manchmal kann es Sinn machen, solche Krisen bewusst zu provozieren, um Veränderungen zu ermöglichen. Manchmal können solche Momente nicht genutzt werden, weil die Angst zu groß und das Selbstwertgefühl zu schwach ist.

Vom Umgang mit der Angst

Wie können wir mit solchen Ängsten umgehen? Es gilt, die Ungewissheit auszuhalten und sich Zeit zu lassen für richtige Lösungen, statt zu kurzfristigen Anpassungen zu greifen. Mut und ein gutes Selbstwertgefühl können helfen.

  • Angst teilen und Kompetenzen sammeln

Der Trauerprozess als Lebensübergang

Verluste, die nicht betrauert werden, können Depression und Krankheit auslösen. Der Trauerprozess und seine einzelnen Phasen. Es gilt, in Kontakt mit sich selbst zu treten, gegebenenfalls neue Seiten von sich zu sehen / auszubilden und wieder Interesse am Leben zu entwickeln. Depressiv wird Trauer, wenn man zu wenig das eigene Selbst gelebt hat. Dann gilt es, erst das Eigene zu suchen und seinen Selbstwert zu finden.

  • Die Notwendigkeit zu trauern
  • Trennung und Trauer
  • Trauern als Prozess

Teil 2: Lebensübergänge und Zäsuren im Alltag

Das Klimakterium der Frau

Mit der Lebensmitte wird uns unsere Endlichkeit besonders bewusst, unser Vertrauen in uns und unseren Körper ist mehr als üblich erschüttert, wir hinterfragen unser bisheriges Leben, besinnen uns stärker auf uns selbst. Wir haben aber auch die Chance, mehr zu unserem „wahren Selbst“ zu finden. Wir haben die Chance, zu einer Persönlichkeit zu werden, die weiß, was ihr gut tut, und die die Verantwortung für ihr Leben und Handeln übernimmt. Es gilt, Trauerarbeit zu leisten und neue Visionen für den Rest des Lebens zu entwickeln. Es gilt, uns nach innen zu wenden, uns selbst treu zu sein, um die Endlichkeit des Lebens zu wissen, aber auch das Leben weiter gestalten zu wollen, zu leben, was man immer schon leben wollte.

  • Ein Lebensübergang im mittleren Erwachsenenalter
  • Die ganz besondere Dringlichkeit
  • Das Klimakterium
    • Wandlungen im Körper
    • Wandlungen in der Psyche
    • „Ich kenne mich nicht mehr“
    • Das Klimakterium: Auch ein psycho-sozialer Lebensübergang
    • Die sogenannte „empty-nest“ Depression als ein Phänomen des Übergangs
    • Das eigene Selbst: Der Blick zurück in die Adoleszenz des Mädchens
    • Individuation: Das eigene Selbst

Trennunsprozess und Abschiedsrituale

Die einzelnen Phasen bei einem Trennungsprozess.

  • Die Suche nach der Substanz der Beziehung
  • Der Trauerprozess bei Trennungen durch Entschluss
    • Die Schuldgefühle
    • Ein erstes schwieriges Abschiedsritual: Die Wirkungsgeschichte erzählen statt Schuldgefühle herumzuschieben
  • Abschiedsrituale
    • Rituale des Verzeihens und Versöhnens
    • Entgrollungsrituale
    • Versöhnung und Dankbarkeit
    • Symbolische Rituale

Vom Umgang mit der Krise und vom Finden der Ressourcen

  • Die Angst hat viele Gesichter
  • Das Umgehen mit der Angst
  • Das Sprechen über die Angst
  • Vom Sprechen über die Angst in Beziehungen
  • Krisenkompetenz
  • Ressourcen finden
  • Imagination als Ressource
  • Vorstellungsräume
  • Was ist auszuhalten?
  • Die soziale Unterstützung als Ressource

Krisenbewältigung im Umgang mit Sterbenden

Oft entsteht bei einem nahenden Tod ein besonderer Druck dadurch, dass in kurzer Zeit noch viele Probleme gelöst werden sollen. Gleichzeitig stellen sich Gefühle von Hilflosigkeit, Ohnmacht, Verzweiflung ein. Beides kennzeichnet diese Form von Krisen.

  • Mögliche Reaktionen
  • Die extreme Lebenssituation
  • Was könnten die Chancen sein?

Schlussbemerkungen

Je besser unser Selbstwertgefühl ist, desto leichter können wir mit Krisen und Lebensübergängen umgehen. Gleichzeitig kann unser Selbstwert durch Krisen, Krankheiten oder andere äußere Einflüsse zeitweise oder dauerhaft beeinträchtigt sein. Kast gibt hier noch ein paar Tipps für ein gutes Selbstwertgefühl.

Ein Quellenverzeichnis und eine Literaturliste schließen das Buch ab.

Verena Kast schreibt leicht verständlich, gut strukturiert. Es gelingt ihr, ein schwieriges Thema dem Leser anschaulich nahezubringen.

Fazit: Ein Buch, das hilft, krisenhafte Lebensübergänge besser zu verstehen und ihnen gegebenenfalls etwas gewappneter entgegenzusehen.

© 2015 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 23.09.15

Verena Kast, Lebenskrisen werden Lebenschancen. Wendepunkte des Lebens aktiv gestalten. Freiburg 2006 (4. Auflage von 2000), 189 Seiten

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